Feodossija

Zwischen der Türkei und Rußland

Feodossija

Feodossija. Zwischen der Türkei und Rußland


Im 15. Jahrhundert haben die Türken Kafa (so nannten Feodossija die Genuesen) erobert. Zu der Zeit war die Stadt nicht nur als ein wichtiges Wirtschaftszentrum der Krim bekannt. Schon unter Genuesen hatte die Stadt den schlechten Ruf eines Hauptsklavenmarktes am Schwarzen Meer bekommen.


Die türkische Periode von Kafa war nicht weniger interessant. Wie auch immer, hat die Stadt wiederum einen neuen Namen-„Kutschu-Stambul (oder „Krim-Stambul, oder „Kefe“) bekommen. Bei der Eroberung haben die Türken die genuesischjen Bauten teilweise zerstört und teilweise umgebaut. Sie haben der Stadt den östlichen Kolorit verliehen, indem sie sie mit den Moscheen, Minaretten und anderen eigenartigen Gebäuden, ihren Bedürfnissen und Geschmäckern entsprechend, geschmückt haben. Aus jenen Zeiten ist in Feodossija nur ein Gebäude heil geblieben. Das ist die Moschee Muftij-Dzhami, die im Jahre 1623 gebaut worden war.


Die Hauptrolle von Feodossija war damals vor allem die eines Vorposten des türkischen Reiches. So hatten die Türken eine gute Möglichkeit, die Treue der Khane der Krim zu prüfen sowie den wachsenden und sich entwickelnden Moskauer Staat zu observieren.


Das an das Krimer Khanat anstoßende Rußland hat seine Vorhaben bezüglich Feodossija nicht vorenthalten. Schon zu Iwans IV. Zeiten treten die Russen in Verhandlungen mit dem türkischen Sultan über die Herrstellung der Handelsbeziehungen zu Kutschuk-Stambul. Der offene Kampf um die Herrschaft auf der Krim begann zwischen Rußland und der Türkei in der Epoche des Zarentums von Peter I. und dauerte bis zum Beginn des Russisch-Türkischen Krieges (1768-1774). Im Jahre 1771 hat die russische Macht Feodossija besetzt. Und nach noch sieben Jahren, nach dem Besuch von Ekaterina II. bekam Feodossija wieder seinen griechischen Namen. Im Jahre 1774 ist die Krim ein Teil von Rußland geworden.


Zuerst war Feodossija eine russische Militärbasis, die in den 90-er Jahren des 18. Jahrhunderts an ihrer strategischen Bedeutung verloren hat. Paul I. schenkte Feodossija im Jahre 1798 das Recht eines Freihafens. Der Status eines Freihafens erlaubte die reibungslose Niederlassung hier der Ausländer und die kostenlose Überghabe des Bodens an die Umsiedler. Viele Ausländer beeilten sich, das gewährte Recht auszunutzen. Unter ihnen gab es auch Deutsche. Anfang des 19. Jahrhunderts gründeten die deutschsprachigen Umsiedler aus der Schweiz und Bayern ein Bezirk in Feodossija, der den Namen „Vorstadt“ bekam. Dieser Bezirk hat seinen alten Namen bis heute erhalten.


Der Bauboom am Anfang des XIX. Jahrhunderts hatte die Teilzerstörung der mittelalterischen Befestigungsanlagen und Tempel der Stadt als Folge. Zum Ende des XIX. Jahrhunderts haben die vermögenden Leute der Stadt – Stamboli, Ajwasowskij und viele andere - an der Küste der Bucht von Feodossija ihre Schlösser gebaut.


Nach der Revolution ist im Jahre 1920 die Sowjetische Macht nach Feodossija gekommen. Und mehr als 30 Jahre später (im Jahre 1954) wurde die Halbinsel Krim und damit auch Feodossija nach der Anordnung des damaligen UdSSR-Führers Chruschtschjow der Ukrainischen SSR übergegeben. Jetzt ist Feodossija eines der Kreisstädte der Autonomen Republik Krim, die zur Ukraine gehört.



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